Bergitta Victor

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„Als Mensch und als Musikerin bin ich stetig auf Reisen und werde es immer sein“, sagt Bergitta Victor. Das Bekenntnis zum Nomadentum spiegelt sich auf ihrem dritten Album eindrücklich wider: Die Weltbürgerin von den Seychellen hat mit kreolischer Lebensfreude, fragilen Folkpop-Miniaturen und handfestem Roots Reggae ein emotionales Logbuch entworfen, macht Station bei bezaubernden bis wehmütigen Liebesliedern, bei der großen Politik und bei intimen Seelenzuständen.

Nach dem Debüt „Sesel“, ihrer Ode an die Heimat, und dem luftig-poppigen „So Happy“ führt die zierliche Frau mit der hellen und doch so kraftgeladenen Stimme die beiden Vorgängeralben nun in einer cleveren Synthese zusammen: Auf „On A Journey“ klingt sie reifer, ausgefeilter, spielt souverän auf der Klaviatur von Afro-Grooves, kreolischen Rhythmen, Reggae und universell verständlichen Balladentönen. „Es ist das erste Album, für das ich selbst richtig Songs geschrieben habe, denn ich habe gelernt Gitarre zu spielen, und das hat den Kompositionsprozess sehr vereinfacht“, so Bergitta. „On A Journey“ kehrt unverkennbar auch eine neue Facette ihrer Talente hervor: „Die Initialzündung für dieses Album bestand darin, dass ich mehr in Richtung eines akustischen Afropops à la Lokua Kanza gehe“, erklärt sie. „Denn das ist der Stil, in dem es mir am meisten Spaß macht, mit den Vocals zu spielen.“ Zu diesen smoothen Grooves mit den sanften Stimmenschichtungen gruppiert sie Texte in ihrer Muttersprache. „Si Ler Ou Ek Mwan“, „Zoli Melodi“ und „Protez Nou Langaz Kreol“ bilden den Kern dieser neuen afro-kreolischen Ausrichtung, drei bezwingende Ohrwürmer, die man gar nicht mehr loswerden will. Das Eröffnungsstück über dem lebhaften, traditionellen Dreierrhythmus Sega ist zugleich eine eindringliche Mahnung an die Bewahrung des Kreolischen.

Die Umarmung der Mischkultur reicht bis in die Karibik, namentlich mit den grandiosen Roots Reggae-Stücken „Stay With Me“ und „I Don’t Mind“, während in „Koz Laverite“ ein deutlicher Gruß an kubanische Rhythmen herausgelauscht werden kann. Und dann sind da die filigranen Folkgebilde, in denen Stimme und Gitarre im Zentrum stehen: Das gemächlich schlendernde „Free As Can Be“ (zugleich die erste Single), die wunderbare Tagträumerei „Sitting On A Tree“, das soulige „When I Think Of You“.

Eingespielt hat Bergitta Victor ihr drittes Werk in Zürich, flankiert von ihren vertrauten Bandmusikern, die dieses Mal um einige dezente Gastauftritte bereichert wurden. Der Zürcher Gitarrist Roman Hosek,  begehrter Sessionmann und Saitenzauberer der Formation Chamber Soul, hat viele brillante Improvisationsmomente in den Tracks hinterlassen, ein melancholisch singendes Cello tritt in Gestalt von Daniel Pezzotti hervor, Amik Guerra flicht ein keckes Flügelhornsolo ein. Für „United“ hat sich Bergitta die schillernde R&B-Kollegin Jaqee aus Schweden ins Boot geholt – zusammen intonieren die beiden eine resolute Anklage an die verklausulierte Sprache von Politikern. Größte Gastüberraschung: Mit dem Kameruner Blick Bassy ist ein fulminanter Songschmied im Aufgebot, der für „Zoli Melodi“ die Feder schwang und mit seiner unverwechselbaren Stimme und Gitarre smarten Feinschliff beigesteuert hat.

„On A Journey“ dürfte als gefühlvolles und gereiftes Reisetagebuch einer der kleinen Glücksfälle des Sommers 2013 werden.

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