Über Bergitta VictorEs kommt immer auf die Perspektive an: Für das deutsche Publikum gilt Bergitta Victor als die „Sängerin von den Seychellen“, die Schweizer hingegen bezeichnen sie, warum auch immer, als „die Deutsche“. Verkehrte Welt? Nein, nur eine turbulente Biographie. Bergitta Victor, geboren auf den Seychellen, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Tansania und – in der Tat! – in der Schweiz. Heute lebt die Künstlerin in Berlin und beschreibt sich selbst, ganz neutral und weltbürgerlich, als „Bergitta Victor, die Sängerin.“ Mag sie, begegnete man ihr in Berlin auf der Straße, eher ruhig und zurückhaltend wirken, so kommt auf der Bühne ihre aufgeweckte, lebendige und humoristische Seite zum Tragen. Und dabei wird ihre Ansprache stets persönlich, erzählen ihre Songtexte von persönlichen Erlebnissen und der intensiven Beobachtung anderer Menschen. Hier zeigt sie keine Berührungsängste, streckt ihre Fühler in alle erdenklichen Richtungen aus. „Es ist,“ gibt sie unverblümt zu, „schon manchmal eine Art Seelenstriptease, was da auf der Bühne passiert!“ Mit der deutschen Sprache sei sie erst nach und nach vertraut geworden; in ihre aktuelle CD „Sesel“ mischen sich nun auch deutsche Texte, ohne dass Bergitta Victor einfach dem Deutschpop-Hype hinterher rennen würde: „Deutsch ist eine sehr schöne Sprache“, erklärt sie ihre frisch gefundene Vorliebe. „Es ist dabei auch eine sehr spannende Sprache – aber man muss sich Zeit nehmen, sie zu entdecken!“ Mögen die Seychellen Bergitta Victors emotionale Heimat sein, so nennt sie ihr „Zuhause“ den Ort, wo sie „ein Dach über dem Kopf“ hat. Und momentan ist dies die Großstadt Berlin. Hier fand sie die Musiker, die ihr helfen, ihre musikalische Vision umzusetzen. Und hier hat sie sich inzwischen eine Fangemeinde erspielt, die, genau wie sie, Lust an der Veränderung, Hunger und Neugier nach ihrer Musik hat. Und Bergitta Victor wiederum findet Freude in der Befriedigung dieser Neugier, die ja auch ihre eigene ist. |
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