Über Bernard Allison

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist Bernard Allison – ein Gitarrist der Extraklasse – aus dem langen Schatten seines berühmten Vaters Luther Allison herausgetreten und zu einem der beliebtesten zeitgenössi-schen Blues-Musiker geworden. Jahr für Jahr hat er seine Fans auf beiden Seiten des Atlantiks mit berau-schenden Live-Shows begeistert und den "Allison Way" of Blues verbreitet, wie sich auch einer der Songs auf der neuen Platte „The Otherside“ nennt. Aber Bernard ist auch ein überaus produktiver Studiomusiker und hat inzwischen ein Dutzend Alben veröffentlicht, zuletzt 2007 das beeindruckende und eklektische „Chills & Thrills“ auf Jazzhaus Records. Auf jeder dieser Platten fügt Allison abwechselnd Elemente aus Funk, Soul, Reggae und Rock zu seinem modernen Sound des elektrischen Blues zusammen.

Sein neuestes Album „The Otherside“ (Jazzhaus Records) wurde von David Z produziert und von Allison entwickelt und co-produziert. Die 13 Songs auf seinem 13. Album sind ein Beleg für seine Entwicklung und Reife als Sänger, Songwriter und Musiker – aber auch für die Bereitschaft, musikalisch neue Wege zu gehen.

Das Erste, was auffällt, ist, wie entspannt und zuversichtlich Bernard Allison auf „The Otherside“ klingt. Bernard hat eine besondere Rolle in der hochqualifizierten Band inne: Statt die Songs mit seiner Gitarre zu ersticken, lässt er bei jedem Song ausreichend Platz, zum Atmen und gibt seinen Musikerkollegen den Raum, den sie benötigen, um sich selbst auszudrücken. Vor allem die sanften und melodischen Sounds des Saxophonisten Jose Ned James wirken wie das passende Gegenstück zur beißenden Gitarre von Allison und verleihen den neuen Songs eine gewisse Zartheit, die wir bisher nur selten bei Bernard Allison gehört haben. Songs wie „Tired of Tryin“ und „I Wouldn't Treat a Dog (The Way You Treated Me)“ laden den Hörer zu einem angenehmen und gemütlichen Groove ein.

Der Titelsong „The Otherside“ ist durch und durch getränkt mit dem dicken, vollmundigen Gitarrensound, mit dem Allison berühmt wurde. Das ironische Lied „Slide Master“ ist der jüngste Beweis für sein beeindrucken-des Bottleneck-Spiel. „Still Rainin“, geschrieben von Keyboarder Bruce McCabe und von ihm selbst mit seiner außergewöhnlich starken Stimme gesungen, ist ebenso kraftvoll.

Obwohl „The Otherside“ dem Hörer viele frische Sounds bietet, hält es aber auch den traditionellen Blues aufrecht, der für Bernard Allison schon immer das Herzstück darstellte. Das erdige „Leavin the Bayou“ ist vielleicht das markanteste Beispiel hierfür: Geschrieben von Allison für den Blues-Veteranen Lonnie Brooks, handelt das Lied von der Migration des Blues von den Bauernhöfen des „Deep South“ in die industrialisierten Städte des Nordens im 20. Jahrhundert - und erzählt auch die Geschichte der eigenen Reise Brooks nach Chicago im Jahr 1959. Brooks, der selbst Vater von zwei modernen Fackelträgern des Blues ist (Wayne und Ronnie Baker Brooks sind seine Söhne), scheint stolz darauf zu sein, mit Bernard zu spielen, den er bereits unterstützte als dessen Karriere noch in den Kinderschuhen steckte: "Now you got BA, Wayne and Ronnie playing these lowdown dirty blues " singt er.

Schließlich gibt es das herzliche, autobiographische „Allison Way“ auf der Platte. Hier definiert Bernard Allison sich als Künstler und Mensch, erklärt stolz und in aller Deutlichkeit, was ihn zu dem gemacht hat, der er ist - und führt alles auf die Lehren seines Vaters Luther Allison zurück. Das obligatorische Coverstück von Luther Allison ist dieses Mal das traurige „Let's try it Again“: Allison strickt sich elegant und auf seine eigene Art und Weise um den Song seines Vaters.

Fest in Traditionen verwurzelt und dennoch neue Wege gehend ist „The Otherside“ ein durch und durch runde Platte, die mit Sicherheit ihren Platz unter den besten Aufnahmen Bernard Allison's finden wird.

 

Bernard Allison Pressefotomittel.jpg

Links:

Website

MySpace

Booking

Facebook